Berzdorfer See, Görlitzer See oder ... ??? Das Thema, wie sollte der Berzdorfer See in Zukunft heißen, ist nach wie vor Diskussionsstoff. Meine Gedanken zu diesem Thema: Mit dem Namen Berzdorfer See sollte man es einfach belassen. Eine Namensänderung bringt hier rein gar nichts, im Gegenteil verursacht möglicherweise Verwirrung und Mehrkosten. Bestimmte Websites müssten nun ihre Domains ändern. Bereits gedruckte Broschüren müssen neu erstellt werden. So eine Namensänderung ist im Print- und Digtalbereich nicht so einfach und kostengünstig umsetzbar - sogenannten Experten dürften das ja bekannt sein. Tippt man bei Suchmaschinen "Berzdorfer See" ein, dann ist das Ausmaß einer Änderung eventuell besser zu verstehen.
Früher als im vergangenen Jahr kann nun am kommenden Mittwoch, dem 1. Mai 2013, offiziell in die Badesaison am Berzdorfer See gestartet werden. Die Segelsaison wird bereits am 27. April am Segelstützpunkt Blaue Lagune eröffnet. Die Stadtverwaltung Görlitz hat auf die Kritik und Anregungen der Badegäste aus dem letzten Jahres reagiert. So wird ab dem 15. Mai ein Ausweichparkplatz in der Paul-Mühsam-Straße zur Verfügung stehen. Mit einer Platzkapazität für ca. 200 PKWs bzw. ca. 170 PKWs und 5 Bussen schafft die Stadt Görlitz damit die Möglichkeit, bei hohem Besucherandrang dem Parkstress zu entgehen. Derzeit werden noch Beschilderung und Geschwindigkeitsbeschränkung eingerichtet. Die Zufahrt erfolgt über die B 99. Der Ausweichparkplatz wird bei Bedarf geöffnet.
Am heutigen Vormittag erhielt der Planungsverband Berzdorfer See die Information, dass der Antrag zum Segeln auf dem Berzdorfer See vom 27. April bis 31. Oktober 2013 durch das Landratsamt Görlitz positiv beschieden wurde. „Damit hat sich die intensive Vorbereitung und Zusammenarbeit des Planungsverbandes mit den Seglern bei der Antragserarbeitung ausgezahlt“, so Andreas Schaaf vom Sachgebiet Stadtentwicklung. Auch Oberbürgermeister Siegfried Deinege sieht die eingegangene Genehmigung äußerst positiv: „Das freut uns insbesondere für die Segelfreunde, die nun gezielt ihre Saison vorbereiten können. Nicht zuletzt wird damit ein positives Zeichen für die weitere Entwicklung am Berzdorfer See gesetzt.“
Bei planmäßigen Lotungen (Messungen) am 06.02.2013 konnte die LMBV feststellen, dass der „Untere Zielwasserstandes“ von 186,00 m NN im Restloch Berzdorf bei Görlitz überschritten wurde. Die heutige erfolgte planmäßige Wasserspiegelmessung hat ergeben, dass der Wasserstand im Berzdorfer See aktuell 186,01 m NN beträgt. Bei der letzten offiziellen Messung vom 30.01.2013 betrug der Wasserstand noch 185,91 m NN. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der LMBV, Prof. Dr.-Ing. Mahmut Kuyumcu zeigte sich erfreut angesichts des Flutungsfortschrittes: „Die Vision vom östlichsten See Deutschlands ist wahr geworden und der Berzdorfer See voll. Damit eröffnen die Seenmacher von der LMBV der Region im Dreiländereck mit Polen und Tschechien neue Chancen, die es künftig weiter zu nutzen gilt. Mein Dank gilt allen an diesem Prozess beteiligten in Dresden und Görlitz, insbesondere aber auch den polnischen Partnern, die eine Nutzung des Grenzflusses ermöglicht hatten.“
Vor etwa einem Jahr gab der Stadtrat den Startschuss für das Vorhaben Haltepunkt Deutsch Ossig/Berzdorfer See und beauftragte das Planungsbüro NEULAND Landschafts- und Freiraumplanung, Regionalmanagement aus Oppach mit ersten Planungsleistungen. Im Rahmen der Vorplanung galt es, die genaue Lage des künftigen Haltepunktes festzulegen sowie die Anbindung an die Straße nach Deutsch Ossig zu untersuchen. Des Weiteren sollte in einer kostenseitig untersetzten Variantenuntersuchung ermittelt werden, ob es machbar und sinnvoll wäre, in Höhe des Haltepunktes an der B 99 auch für Regionalbusse eine Haltestelle einzurichten. Im Abwägungsprozess wurde deutlich, dass sowohl sicherheitsrelevante als auch kostenseitige Gründe gegen eine Weiterverfolgung der ca. 1 Mio. Euro teuren Variante mit Bushalt an der B 99 sprechen. Favorisiert wurde stattdessen die Umsetzung der hier gezeigten Variante ohne Bushalt an der B 99 mit voraussichtlichen Kosten von 600.000 Euro.
Wie die Stadt Görlitz mitteilt, wird mit dem 30. September die Badesaison für diese Jahr am Berzdorfer See beendet. Ab 1. Oktober werden die beiden Badestellen nicht mehr bewirtschaftet. Die Toilettenhäuschen werden abtransportiert und die Strandbereiche nicht mehr regelmäßig gereinigt. Die Sicherheitsbegrenzungen im Wasser werden entfernt. Auch die Bewirtschaftung der PKW-Stellplätze am Görlitzer Nord-Oststrand endet am Sonntag. Die Gastronomie bei Deutsch Ossig ist vom offiziellen Ende der Badesaison nicht betroffen.
Auf der Versammlung am 24.09.2012 des Planungsverbandes „Berzdorfer See” wurde Siegfried Deinege zum neuen Verbandsvorsitzenden gewählt und anschließend vereidigt. „Der Berzdorfer See zu Görlitz ist eine große Chance für Görlitz und die Region, die natürlich auch in der Schaffung von Arbeitsplätzen besteht“, so der OB nach seiner Wahl. „Allerdings muss dafür eine ganzheitliche und ganzjährige Nutzung dieses wunderbaren Naherholungsgebietes ausgearbeitet und umgesetzt werden. Lediglich eine Nutzung als Bademöglichkeit für den Sommer wird den Potenzialen des Sees nicht gerecht.”
Baden beim Berzdorfer See bleibt auch weiterhin zum größten Teil auf eigene Gefahr. Wir haben mit Badegästen gesprochen und viele haben es nicht verstanden, wenn es bei schönem Wetter regelrechte Menschenmassen an den See zum baden zieht, dass dann aber nur bestimmte Abschnitte durch den DLRG abgesichert wurden und andere Badeabschnitte gar nicht überwacht werden. Wir haben beim DLRG Görlitz und bei der Stadt Görlitz mal nachgefragt:
Die Verkehrsgesellschaft Görlitz fährt mit ihren Bussen seit einigen Wochen direkt an den Nordost-Strand und an die Blaue Lagune. Das ist ein hervorragendes Angebot für Badegäste und Spaziergänger, die ohne hektische Parkplatzsuche ein paar schöne Stunden am See verleben wollen. „Wir bitten die Görlitzer ganz herzlich darum, diese Angebot auch anzunehmen”, so Michael Wieler. Die Busse der Linie E fahren zum Beispiel sonntags von 8.50 bis 18.50 Uhr alle zwei Stunden von Weinhübel nach Tauchritz.
Von der Verwaltung Görlitz wurde der Vorschlag gemacht, den nördlich nach Deutsch Ossig am Nordstrand vorbeiführenden Weg bzw. die Straße „Strandweg” zu nennen. Der Ortschaftsrat Kunnerwitz/Klein Neundorf hat sich am 14.06.2012 noch mal damit beschäftigt, und unterbreitet den Vorschlag die Namensgebung auf „Deutsch Ossiger Strandweg” zu ergänzen. Von der Fraktion CDU und FTP kommt hingegen der Vorschlag, dass die Bezeichnung „weg” unangemessen ist. Da es eines der Hauptwege ist, und man in der Perspektive ein Zeichen setzten sollte um den See attraktiver zu gestalten, wurde der Antrag gestellt diesen Anschnitt als „Strandpromenade” zu nennen. Begründung für diesen Vorschlag besteht darin, dass man sich selber in die Verantwortung nimmt und das es mal eine richtige Promenade werden sollte.