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  • Wie Außenstehende über das neue Passagen-Projekt und Nettekoven in Görlitz denken

verfasst 24.01.2012 von Redaktion [Gr] | kurze URL: /t1656 | Kommentar schreiben

Nicht nur in Görlitz wird über das neue Passagen-Projekt an der Berliner Straße diskutiert, sondern auch über Stadt- und Ländergrenzen hinaus. Interessant ist es zu lesen wie Außenstehende über das neue Einkaufszentrum in Görlitz und über die Person Nettekoven denken. Eine Seite ist für ein schickes Einkaufszentrum und anderen wollen das Herr Nettekoven nach Hause fährt. Aber was ist schon eine Meinung wert wenn es um sehrrr vielll Geld geht.

Es gibt einen Verein der sich „Stadtbild Deutschland e.V.” nennt und dort hat mich sich auch so einige Gedanken über das Projekt gemacht. Zunächst fand man die Idee ganz gut - so ein tolles modernes Einkaufszentrum braucht Görlitz auf alle Fälle. Ja die vielen Kunden, die in Görlitz wohnen und denen das Geld locker sitzt, fahren lieber in andere Städte. Und weil Bautzen ein Zentrum hat muss Görlitz mit einem „Einkaufstempel” im Sonnenlicht glänzen. Was spricht also dagegen eine größere Anzahl an Häusern einfach aufzureißen.

Die Meinung vieler Leser kippt, nachdem bekannt wurde das Herr Nettekoven hinter dem Projekt steht. „ein alter Bekannter der auch gerad Dresden beglückt” heist es in einem Forum. Die Fassaden zu erhalten ist das mindeste was auch durchsetzt werden sollte. Ein Eingriff in die historische Bausubstanz würden viele „Nicht-Görlitzer” übel nehmen. Wobei auch bei Besuchern immer wieder die tote Zone vom oberen Teil der Berliner Straße bemängelt wurde.

Die größte Sorge, und das zu recht, ist doch der Faktor Kaufkraft in Görlitz. Immer wieder erwischt es kleinere Läden die wegen schlechten Umsatz (trotz polnischen Kunden) ihren Laden dicht machen müssen. Bei Besuchern wird das als „Absterben des Einzelhandels” bezeichnet weil alles mit Supermärkten zugepflastert (nettekovenscher Bauphilosophie) wird. Ja der ein oder andere wünscht auch, dass Herr Nettekoven dort hin geht wo er hergekommen ist. Und während bei vielen Bürgern der Abriss mit dem abreißen der Häuser auf der Berliner Straße suggeriert wird, werden die Häuser auf der Salomonstraße gar nicht für voll genommen. „Ich glaub mein Schwein pfeift, solche Gebäude sollen abgerissen werden?” heist es dann ganz verwundert.

Ja sogar Bürger aus Stuttgart sind über einen möglichen Abriss von Gebäuden geschockt und bezeichnen solche Vorhaben als dicke Wunde im Stadtbild. Dafür wird aber als Beispiel vom Southgate Komplex in der südenglischen Stadt Bath erwähnt. Der architektonischer Weg hatte der Stadt mehr gebracht als eine „0-8-15 Betonbude”. Finanziell gesehen wird aber diese Lösung für Görlitz nie in Betracht kommen.

Während die Diskussionen im Netz schon Wochenlang laufen und wir lieber nicht das ein oder andere ganz böse Wort zitieren, plant nun die Linkspartei und die CDU in Görlitz öffentliche Infoveranstaltung und öffentliche Diskussion zu diesem Thema. Was man davon halten soll oder nicht möge jeder für sich entscheiden und so stehen folgende Termine zur Auswahl:

Linkspartei
28. Januar, 15 Uhr, im Bahnhof Gleis 1
- öffentliche Diskussion mit Vertretern, Nettekoven ist hier nicht dabei

CDU
31. Januar, 18.30 Uhr im Schankhaus „Zum Nachtschmied” Obermarkt 18
- öffentliche Infoveranstaltung mit Nettekoven

Also, wer etwas zu sagen hat der sollte auch hingehen!

Übrigens in diesem Zusammenhang auch interessant ist die Bilderbogenpassage Neuruppin. Hier ein Link dazu:
Neuruppin Bilderbogen-Passage

In diesem Sinne: Besser meckern als Finger in den Po und gar keine Meinung haben.

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