Eine Flashmob-Aktion löste bei der 50. Stadtratssitzung am 26.01.2012 in Görlitz einen Polizeieinsatz aus. 80 bis 100 Jugendliche starteten im Stadtratssaal mit verklebtem Mund einen Flashmob und verteilten Handzettel „Noch sind wir hier!”. Was viele Stadträte nur aus dem Fernsehen kannten und in Görlitz noch nie gesehen hatten war plötzlich vor ihnen. Oberbürgermeister Joachim Paulick forderte die Beteiligten sofort auf den Saal zu verlassen und drohte ggf. mit Maßnahmen. Nach 5 Minuten (so ist das bei einem Flashmob üblich) friedlicher Aktion gegen die schlechten Perspektiven für Jugendliche in Görlitz (und das war nicht die erste Aktion) zogen die beteiligten wieder ab. Irgendwer hatte jedoch die Polizei gerufen worauf die Jugendlichen ihre Name, Anschrift und Geburtsdatum nennen mussten. Stadträte kritisierten die Haltung von OB Paulick und fanden die Reaktion als völlig überzogen. OB Paulick hat dagegen sein Handeln erst später mit der Deckentraglast von nur 90 Personen im Saal begründet. Zu keiner Zeit war irgendwer bedroht und wer jetzt diesen Polizeieinsatz bezahlt muss, muss noch geklärt werden. OB Paulick wurde von Herrn Urban nahe gelegt mal ein Deeskalationsseminar zu besuchen. Auf alle Fälle hatte diese Aktion ihren Zweck erfüllt - nämlich Aufmerksamkeit schaffen. Und vielleicht sollte der ein oder andere (fast) Rentner im Stadtrat mal darüber nachdenken.
Zitat von OB PaulickSeine Rede kurz nach der Pause klang fast so, als hätte der OB das nicht als Flashmob erkannt. Nach 5 Minuten hätte sich die Aktion so der so aufgelöst.„Ich habe versucht mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Sie hatten sich deutlich Sichtbar die Münder zugeklebt. Ich habe keine Reaktion bekommen, die Reaktion war eher so, dass ich annehmen musste das dieser Zustand etwas deutlich länger dauert und ein bestimmtes Ziel erreicht werden sollte ... ich bin froh, dass wir diese Situation so schnell auch, auch durch das vernünftige Handeln der Jugendlichen dann aufgelöst haben”
Zitat von Dr. Peter Gleißner (zur Sache)„Ähhh Dr. Weidle sprach gerade in Namen aller Fraktionsvorsitzenden. Ich muss ihn mitteilen, dass ich mich ihnen nicht anschließe. Was hier passiert ist, ist für mich eine Ordnungswidrigkeit. Wir haben schon mehrfach Jugendliche hier gehabt, die sich artikuliert haben, die sich wie normale Bürger genommen haben, die sich nicht den Mund verklebt haben, und rumgelaufen sind das man nicht wusste was das für Typen sind. Für mich war das heute eine erschreckende Art, nicht wie die Jugendlichen sich benommen haben (das kennt ich), aber die Falschheit und der Populismus von Leuten wie von Ihnen.”
Zitat von Dr. Peter Gleißner (zur Sache)Diese persönliche Erklärung von Dr. Peter Gleißner (übrigens Rentner) bedarf kein Kommentar mehr.„Ich würde vorschlagen, dass wir die nächsten Stadtratssitzungen halbieren. Die eine Hälfte dient der Sacharbeit, die anderen dem Kindergarten.”
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| Sunset | 17:29 Uhr |