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verfasst 05.01.2010 von Redaktion [GR] | kurze URL: /t883 | 4 Kommentare

Autoklau im Osten - und 2010 geht es weiter

Kaum hat das neues Jahr 2010 angefangen, ziehen wieder Autodiebe durch die Lausitz auf der Suche nach Nachschub. Vor einigen Tagen versuchten Autodiebe bei einen Autohaus auf der Rothenburger Straße in Görlitz dort stehende Auto kurz zu schliessen. Nun verschwand in der Nacht vom 4.1./5.1. wieder ein Fahrzeug (neuer weißer BMW GR-EK 333) aus der Südstadt Görlitz. Erstaunlich dabei ist das Autodiebe selbst bei tiefsten Minustemperaturen auf der Suche nach Diebesgut sind. Fakt ist, dass jeder Besitzer natürlich nicht sehr erfreut darüber ist wenn sein Auto am nächsten Tag nicht mehr dort steht, wo es am Vortag noch abgestellt wurde. Es ist auch dann kein Wunder, wenn dann die Bürger in der Grenzregion zu Polen oder Tschechien kein Vertrauen mehr in die Bundespolizei haben. Der Autoklau geht jedenfalls 2010 in die nächste Runde.

Vor der Grenzöffnung (Weihnachten 2007) zu Polen oder Tschechien haben noch einige ganz fest daran geglaubt, dass es keine Steigerung bei der Kriminalität geben würde. Fazit nach 2 Jahren - es ist ganz anders gekommen. Fast jeden Tag gibt es irgendwo in der Lausitz Ladendiebstähle, Einbrüche und Autodiebstähle. Meist werden polnische oder tschechische Staatsbürger dabei erwischt oder später als Täter ermittelt. Natürlich ist nicht jeder polnische oder tschechische Staatsbürger auch ein Täter, aber dafür gibt es in Richtung Russland die meisten kriminellen Vereinigungen. Die Autodiebstähle sind jedenfalls Organisiert. Gezielt werden Autohäuser oder bestimmte Automarken ausgekundschaftet.

Am 30.12.2009 bin ich z.B. selber nach Polen (Görlitz/Hagenwerder) gefahren. Von Polzei, weder auf polnischer noch auf deutscher Seite, war weit und breit nichts zu sehen. Hier hätte ich schon wegen der Tatsache Jahreswechsel und Knallkörper mit Polizeipräsens gerechnet, aber dem war nicht so. Von polinischer Seite gab es auch Meldungen, dass polnische Polizei hier auch verstärkt nach Autoschieberei ausschau hält. Ob dieses Versprechen bereits Früchte trägt ist unklar. 2009 verschwanden jedenfalls ca. 600 Fahrzeuge aus der Lausitz. Wird es nun 2010 weniger oder noch mehr?

[Update 06.01.2010]

Kaum war dieser Beitrag fertig, schreibt heute die SZ-Online dazu folgenden Beitrag:

Sachsens Staatsregierung hat erstmals einen starken Anstieg der Grenzkriminalität nach dem Wegfall der Kontrollen an den Grenzen zu Polen und Tschechien eingeräumt. So nahm die Zahl der Eigentumsdelikte und Autodiebstähle seit Ende 2007 drastisch zu, gab Innenminister Markus Ulbig (CDU) gestern in Dresden bekannt. Landesweit stieg die Zahl der gestohlenen Autos allein im Jahr 2008 um rund 27 Prozent und im Vorjahr noch einmal um 34 Prozent auf insgesamt 3530 Fahrzeuge.

Der Minister räumte auch ein, dass die 51 sächsischen Gemeinden, die an der Grenze zu Polen und Tschechien liegen, „erheblich mehr mit allgemeiner Kriminalität belastet sind“ als vergleichbare Orte in Sachsen. So stieg dort die Zahl der Autodiebstähle im Jahr 2008 um 58 Prozent und im ersten Halbjahr des Vorjahres um 197 Prozent. Unter Sachsens Städten hat heute Zittau die durchschnittlich höchste Kriminalitätsbelastung. Görlitz liegt landesweit auf Platz drei.


Wie schon erwähnt, vor der Grenzöffnung wurde noch ganz groß behaupted das die Grenzkriminalität nicht zunehmen würde. Müssen nun die Bürger in der Grenzregion selber Kontrollen machen und Selbstjustiz ausüben? Oder müssen alle Bürger sich einen neuen Wohnsitz suchen? Der Erfolg der Polizei-Sonderkommissionen ist jedenfalls sehr mager.

Ob der Autohandel oder Teilehandel ein lukratives Geschäft ist, kann nur ein Autodieb beantworten. Man vermutet, dass die Einzelteile eines Autos schneller verkauft werden können, als ein komplettes Fahrzeug. Aus bisherigen aufgeklärten Fällen geht hervor, dass die geklauten Fahrzeuge meist in alten Hallen oder Scheunen zwischengelagert werden. Dort werden sie dann in Einzelteile zerlegt und als Schrott deklariert.

bisherige Kommentare

Die Kommentare spiegeln die Meinung der Leser wieder und stellen nicht unbedingt die Haltung der Redaktion dar.
1
18.02.2010
[Hermann] meint dazu:
Schön Mario, dass Du die Kommentare frei geschaltet hast. Gut, wir sind hier im tiefen Osten, hier werden Autos geklaut.

Sind es aber wirklich mehr als im tiefen Westen. Schau mal ins Buxtehuder Tageblatt:
http://www.tageblatt.de/aktuell
Da gibt es die dicken Polizeisterne mit dem Niedersachsenpferd drin. Überall wo der Stern auftaucht herrscht "Unordnung".

2
27.12.2010
Unbekannt meint dazu:
Wre glaubt in der Sächsischen Zeitung stehe die wirklich Anzahl von geklauten Autos drin der täuscht sich gewaltig. Letzte Differenz war 65 Autos zu den 70 die eigendlich verschwanden ca 5 wurden in den Medien bekannt gebgeben.

3
27.12.2010
Redaktion [Gr] meint dazu:
Was in anderen Medien steht ist mir nicht bekannt, aber ich habe alle polizeilichen Meldungen verfolgt und das ist zum Thema Autoklau 2010 dabei rausgekommen: www.goerlitz-real.de/t1239

4
16.03.2011
Unbekannt meint dazu:
Grenze zu.

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Tags zum Beitrag

autoklau     autodiebstahl