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verfasst 26.08.2010 von Redaktion [Gr] | kurze URL: /t1139 | Kommentar schreiben

Funkprobleme bei Rettungsleitstellen wird es immer geben

Vor einiger Zeit tauchte schon einmal das Thema auf, dass es Funkprobleme bei Rettungsleitstellen gibt. Digitale Signale kommen beim Empfänger nicht an, weil es häufig zu Störungen kommt. Auch die Rettungsleitstelle in Hoyerswerda ist davon nicht ausgeschlossen. Besonders in Grenznähe zu Polen und Tschechien sind freie Funkfrequenzen schwer zu finden. Ein Vergleich wäre da der übliche Radioempfang über Antennen. Häufig liegen polnische Sender nur wenige MHz neben deutschen Radio-Sendern. Im Bereich der BOS-Funks (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) sieht das ganze sehr ähnlich aus. Ein Bericht in der SZ soll an dieser Stelle auch richtig gestellt werden.

Es wurde behauptet, dass man digitale Signale nicht gezielt stören kann. Diese Aussage ist so nicht ganz korrekt. Ohne jetzt Tipps für Störer zu geben, gibt es schon lange Technik die HF-Signale im Millisekunden-Bereich erfassen kann. Wird ein HF-Signal erkannt, wird automatisch ein Störsignal gesendet. Relaisstationen arbeiten mit ähnlichen Prinzip.

Aber hier geht es gar nicht um gezieltes Stören von Rettungsleitstellen. Vielmehr um das Problem, dass bestimmte BOS-Bereiche nicht nur in Deutschland voll belegt sind, sondern auch in Polen und Tschechin. Das nächste Problem ist der Übertragungsweg von digitalen Signalen im BOS. Zu 90% werden hier Daten auf „Teufel komm raus” gesendet - digitale Signal werden blind in den Äther gesendet. Wird jetzt das Signal gestört, so kommt es nie beim Empfänger an.

Eine Abwandlung vom X25-Protokolls würde hier vermutlich so manche Störprobleme lösen. Die Übertragung ist zwar nicht schnell (verglichen mit ein üblichen Datenstrom, einige Sekunden langsamer) aber dafür zuverlässiger, und da hier nur reine Text-Daten übertragen werden dürfte sich die Geschwindigkeit kaum negativ auswirken. Beim X25-Protokolls werden die Daten nach jeden Senden abgefragt ob diese auch Empfangen wurden. Ist dies nicht der Fall, dann werden die Daten wiederholt gesendet. Das ganze wird dann so oft wiederholt bis die Daten beim Empfänger angekommen sind.

Ein ähnliches Verfahren will z.B. auch die NASA für Weltraum-Internet benutzen. Hier kommt dann noch ein zusätzliches Store-and-Forward Verfahren hinzu. Die Daten werden bei Relaisstationen zwischengespeichert, falls diese aus irgendwelchen Gründen nicht empfangen wurden. Digitale Signale zum Mars können durch Störungen verloren gehen. Um das zu verhindern könnte man diese dann von Relaisstation zu Relaisstation weiterreichen.

Das alles löst aber auch nicht die Probleme bei sogenannten Überreichweiten. Zur Erklärung:

Bei Frequenzen über 30 MHz kann es bei günstigen Bedingungen dazu kommen, dass weit entfernte Funkstationen, Radio- und/oder Fernsehsender zu hören sind, die man normal nicht hört - Troposphärische Überreichweiten (Tropo). Durch Inversionswetterlage, Hochdruckwetterlagen oder Temperaturunterschiede kann es zu einen Brechungseffekt kommen bei denen Funksignale reflektiert werden. Somit können größere Entfernungen überbrückt werden.

Langsam bewegen wir uns auf die Herbstmonate zu. Ende September bis Anfang November sind hier kritische Monate wo Überreichweiten auftreten können. Dann können selbst kleine Handfunkgeräte hundert Kilometer und mehr überbrücken, wo sie im Normalfall nur wenige Kilometer schaffen - natürlich in Abhängigkeit der Sendeleitung und Standort.

Fazit:

Störungen wird und kann es immer geben, egal ob das Signal digital sendet und nur Millisekunden braucht. Aber auf in Zeiten von „wir vernetzen alles” können wir auf Funkverbindungen nicht verzichtet, denn was nutzt schon Internet, Handy oder iPhone wenn Stromnetze ausfallen. Eine Funkverbindung mit Akku oder Dieselaggregat ist immer eine Alternative und Notlösung. Und Beispiele dafür gibt es genug - siehe Hochwasser in Dresden wo auch das Handynetz zusammen gebrochen ist.

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