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verfasst 04.09.2010 von Redaktion [Gr] | kurze URL: /t1145 | 2 Kommentare

Görlitz Hochwasser 2010 - Bereicherung auf Kosten der Flutopfer

Es sind jetzt fast 4 Wochen her wo große Teile im Kreis Görlitz unter Wasser standen. Für die Flutopfer ist es ein schwarzer Tag - für andere eine Bereicherung und Image-Pflege. Es ist unglaublich wenn Medienvertreter oder Firmen die Flut ausnutzen um damit noch Geld zu verdienen. Man machte mich darauf Aufmerksam, dass gewisse Gebäudetrockner oder Flutbücher nur gegen Bares zu bekommen sind um in die eigene Tasche zu wirtschaften.

Das viele Gebäudetrockner gebraucht wurden war zu vermuten. Das DRK hat 48 Gebäudetrockner in Ostritz, Hagenwerder und Görlitz-Weinhübel verteilt und das für mindestens zwei Monate kostenlos. Anders sieht es bei Hornbach aus, denn sie wollen noch Geld dafür:

111,27€ / Woche + Kaution 250€
ab 3. Woche 10% Rabatt und 500€ Kaution

Eine gewisse Kulanz wäre bei einer solchen Katastrophe wünschenswert.

Flutbücher ist eine Dokumentation, aber auch eine Einnahmequelle. Es ist ja schön wenn die SZ beim Familienfest in Wildpark Thräna ein Flutbuch für 13€ verkaufen möchte, aber wenn davon nur 1€ an die Flutopfer gehen soll, gehen die restlichen 12€ in die eigene Tasche. Sind die Flutopfer denn wirklich nur einen Euro wert?

Ich habe hier ca. 500 Bilder von der Flut gemacht. Wenn ich die jetzt für 25€ verkaufe und davon 2€ spenden würde, wäre das dann in Ordnung? Ich will gar nicht weiter graben und noch mehr solcher Beispiele nennen. Gewisse Dinge sollten einfach nicht sein.

bisherige Kommentare

Die Kommentare spiegeln die Meinung der Leser wieder und stellen nicht unbedingt die Haltung der Redaktion dar.
1
04.09.2010
Silli meint dazu:
das ein Markt wie Hornbach nur an die Kohle denkt wundert mich nicht. Und von der SZ fange ich garnicht erst an. Wenn es um Mitnahmeeffekt und Selbstbereicherung geht dann haben diese Menschen von unseren korrupten Politpuppen gelernt. Es wird leider immer schwarze Schafe geben die sich mit dem Leid anderer in die eigene Tasche wirtschaften. Unser politisches Vorbild namens Regierung machen es ja mit sehr viel Erfolg vor und sind für Hornbach & SZ die besten Lehrer.

2
06.09.2010
[Hermann Schwiebert] meint dazu:
Bei Hornbach bin ich der Meinung, dass die ja wohl für eine Woche das Teil kostenlos abgeben könnten. Kaution geht in Ordnung, aber warum diese ab der 3. Woche verdoppelt werden muss, erschließt sich mir nicht. Nun bin ich generell dagegen, auf Geschäfte einzukloppen, nur weil die ein Angebot machen. Da würden ja Geschäfte - hier Baumärkte -, die keine "Hilfe" anbieten, besser bei wegkommen. Hornbach hat aber vielleicht ohnehin gespendet? Ich weiß es nicht.

Nun zur SZ. Das finde ich wirklich beschämend. Natürlich haben die einen Aufwand gehabt. Herstellungskosten sind mit Sicherheit angefallen, auch Gehälter müssen gezahlt werden. Aber es würde ja wohl reichen, wenn die SZ, die ja von ihrer Leserschaft lebt, von den Einnamen aus dem Verkauf nur die angefallenen Kosten einbehalten würde. Der Rest sollte gespendet werden, das ist bestimmt mehr als ein Euro pro Buch. Die Fotografen und die Texter würden bestimmt auf hohe Gagen verzichten, wenn es sich um eine Spende handeln würde. Matthias Reim hat auch kostenlos gesungen.

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